Update 2 zu: Vermisstensuche beim Deutschen Roten Kreuz
In der ersten Update-Meldung zur Vermisstensuche beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) vom 28. August 2020 konnten wir im CompGen-Blog berichten, dass das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) aufgrund des weiterhin bestehenden Interesses entschieden hatte, die finanzielle Förderung des DRK-Suchdienstes zum Zweiten Weltkrieg durch das BMI bis Ende 2025 fortzusetzen.

Schicksalsklärung Zweiter Weltkrieg bis Ende 2028
Im November 2024 schrieb DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt in einer Pressemitteilung, dass die finanziellen Mittel für die Aufgabe „Schicksalsklärung Zweiter Weltkrieg“ bis zum Ende der Finanzplanung des Bundes (2028) im Regierungsentwurf (der alten Regierung) für 2025 enthalten sind. Damit kann der DRK-Suchdienst die Aufgaben auch nach 2025 weiterhin erledigen. Denn es gibt immer noch Bedarf an der Suche nach Vermisstenschicksalen, die über 80 Jahre ungeklärt sind.
So haben sich 2023 immer noch 7.806 Angehörige im Zusammenhang mit Vermissten des Zweiten Weltkriegs an den DRK-Suchdienst gewandt; im 1. Halbjahr 2024 waren es 3.987. In 43 Prozent der Fälle konnte der DRK-Suchdienst Auskünfte über den Verbleib der Gesuchten geben. Die Anfragen betreffen sowohl vermisste Wehrmachtssoldaten, als auch Zivilisten, Kriegsgefangene, Zivilinternierte oder Kinder, die durch Flucht und Vertreibung von ihren Familien getrennt worden sind. Von unzähligen Menschen fehlt nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch jede Spur: Ungeklärt ist das Schicksal von ca. 1,3 Millionen Personen.
Internationale Suche und Zusammenarbeit
Neben der Vermisstensuche zum Zweiten Weltkrieg hilft der DRK-Suchdienst im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit mit 191 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften auch, vermisste Angehörige und Familien wieder zusammen zu bringen, die durch aktuelle Krisen und Konflikte getrennt wurden. 2023 wurden beim DRK 2.629 Vermisste neu registriert, im ersten Halbjahr 2024 waren es 1.295. Getrennte Angehörige wurden 2023 mit fast 19.000 Beratungen unterstützt.
Im Laufe der Jahre konnte der DRK-Suchdienst in Millionen von Fällen helfen. Seit der Gründung des Suchdienstes 1945 wurden mehr als 16 Millionen Menschen zusammengeführt, über 500.000 Kinderschicksale geklärt und weltweit rund 600.000 Menschen über den Verbleib von Angehörigen in Konflikten und Katastrophen benachrichtigt.
In der Sendereihe „Unsere Geschichte“ berichtet der NDR unter dem Titel „Verschollen im Zweiten Weltkrieg“ am Mittwoch, 7. Mai 2025, von 21:00 bis 21:45 Uhr über den DRK-Suchdienst (Wiederholung am 8. Mai, ab 6:35 Uhr).