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Juden in Westfalen und Lippe (JuWeL): ein Online-Projekt

01.07.2017

„JuWeL”: Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein großangelegtes Online-Projekt zur Familiengeschichte der Juden in Westfalen und Lippe. Das Landesarchiv NRW, der Verein für Computergenealogie (CompGen) und die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung (WGGF) haben eine Plattform geschaffen, auf der familien- und ortsgeschichtlich Interessierte die jüdischen Personenstandsregister des 19. Jahrhunderts vom heimischen Schreibtisch aus erschließen können. Auf dem 7. Westfälischen Genealogentag in Altenberge bei Münster startete das Projekt im März 2017. Nach drei Monaten haben die freiwilligen Teilnehmer bereits die  Erfassung der Geburten, Heiraten und Todesfälle der Register aus dem Regierungsbezirk Münster abgeschlossen und insgesamt 18.809 Personendatensätze angelegt, die online recherchierbar sind (s. http://juwel.genealogy.net). 

Freigeschaltet sind nun auch die Register aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die nächste Etappe ist somit gestartet. Jeder Interessierte kann sich auf der Projektseite anmelden und beteiligen, wobei er entweder einen bestimmten Ort ansteuern oder sich vom System einfach die nächste noch unbearbeitete Seite vorlegen lassen kann. Einzige Voraussetzung ist eine gewisse Erfahrung mit dem Lesen alter Handschriften, die für Familien- und Heimatforscher aber ohnehin unabdingbar ist. Unterstützt werden die Teilnehmer von den Administratoren Thomas Dickel und David Merschjohann. 

Die Juden- und Dissidentenregister, in denen von 1815 bis zur Einführung der Standesämter 1874 die Geburten, Heiraten und Sterbefälle jener Einwohner Westfalens und Lippes registriert wurden, die nicht den Amtskirchen angehörten, sind fast vollständig und flächendeckend am Standort Detmold des Landesarchivs NRW erhalten. Das ist deutschlandweit eine Besonderheit. Bereits im vergangenen Jahr hat das Landesarchiv digitale Kopien der Register ins Netz gestellt und damit die Grundvoraussetzung für das Projekt geschaffen (www.lav.nrw.de).

GOV-Workshop - Einführung für Anfänger und zukünftige Bearbeiter

16.06.2017

Die genaue Ortsbestimmung ist in der Familienforschung ein unerlässliches Hilfsmittel. Um die Ortsverwaltung in der Genealogie einfacher zu gestalten und um qualitativ hochwertige Daten für jedermann bereitzustellen, wurde das Projekt Geschichtliches-Orts-Verzeichnis (GOV) initiiert. Große Bedeutung für die Familienforscher haben die enthaltenen Angaben wie geographische Lage des Ortes, verschiedene Schlüsselzahlen, andere oder frühere Namen und historische Zugehörigkeit. Im GOV sind Kirchen, Kirchenkreise, Orte, Landkreise, Regionen u. ä. zu finden. 

Das GOV ist wie alle CompGen Projekte als Mitmachprojekt ausgelegt. Ein Bearbeiter muss neben dem Fachwissen oder entsprechender Literatur über die Ortsstrukturen, ebenfalls Grundwissen über die Bearbeitung in der GOV Datenbank verfügen. Im Rahmen eines Workshop wollen wir die verfügbare Literatur über Ortsstrukturen und Methoden zur Bearbeitung der GOV Datenbank zeigen. Die Teilnehmer des Workshops lernen neue und fehlende Eingaben ihres Forschungsgebietes anzulegen und fehlerhafte Eingaben zu korrigieren. Der Workshop wird als Grundlage die lokalen Orte verwenden, wobei die Systematik auf andere Regionen in Deutschland angewendet werden kann.

 

Details zur inhaltlichen Planung finden sich auf der folgenden Wiki Seite:
http://wiki-de.genealogy.net/GOV/Projekt#Planung_GOV-Workshop

Kölner Sterbeurkunden zur Hälfte indexiert

13.05.2017

Die Hälfte der zur Erfassung angebotenen Sterbeurkunden des Standesamts Köln-Mitte 1876-1938 ist indexiert und durchsuchbar gemacht worden. Die Informationen in den Sterbeurkunden enthalten neben der verstorbenen Person auch meist neben der anzeigenden Person die Eltern bzw. Ehepartner. Die Namen sind für jedermann leicht in der Datenbank zu finden und direkt auf der Urkunde „übersetzt“ zu lesen. Die fleißigen Abtipper haben aus den ca. 67.000 Urkunden bisher über 225.000 Personen extrahiert, darüber sind 15 Monate vergangen. Mit den früher erfassten 156.869 Einträgen aus den Namensregistern zu den Sterbeurkunden von 1938-1978 des Standesamts Köln-Mitte sind noch mehr Personen erfasst. Wer Personen in Köln im Zeitraum 1876-1978 sucht, kommt an dieser Datenbank nicht mehr vorbei. Weitere Mitarbeiter werden gesucht. Es macht Spaß, die meist schöne und gut lesbare Handschrift der Urkundenschreiber zu entziffern. Es sind hervorragende Leseübungen für angehende und erfahrene Familienforscher. Sie sind herzlich eingeladen, die Mannschaft der Indexierer  zu erweitern. Als Teilnehmer können Sie sich hier kostenlos anmelden, wenn Sie noch keine Compgen-Kennung haben. 

Günter Junker

DNA Projekt: Eine Familie - Die Deutschen

05.04.2017
Die DNA-Genealogie ist ein ganz neuer Bereich der Genealogie, der sich im Moment in einer rasanten Entwicklung befindet und der in Zukunft immer weiter an Bedeutung gewinnen wird. Dabei geht es nicht um eine Spielerei, sondern um ganz neue Erkenntnismöglichkeiten für genealogische und historische Fragestellungen.
 
Seit Januar 2017 bereiten wir eine Kooperation im Bereich der DNA-Genealogie vor, um die Entwicklungen in diesem neuen Bereich angemessen zu berücksichtigen und auch mitzugestalten. Die englische Firma Living DNA (http://www.livingdna.com) hat bei uns angefragt, ob wir uns vorstellen können, bei einem Forschungsprojekt zur Kartierung der "deutschen DNA" als genealogischer Partner mitzuwirken. Wir haben uns für eine Kooperation mit Living DNA entschieden, weil Living DNA anders als andere Anbieter in diesem Bereich seinen Schwerpunkt auf Europa legt, europäische Datenschutzvorschriften befolgt, einen ausgesprochen wissenschaftlichen Ansatz verfolgt und im Gespräch mit uns eine große Aufgeschlossenheit für die Anliegen der Genealogen in Deutschland gezeigt hat.
 
Das Projekt "One Family - The Germans / Eine Familie - Die Deutschen" hat das Ziel, die Verbreitung von DNA-Mustern im heutigen Deutschland und in den benachbarten Regionen, die vor dem 1. Weltkrieg zu Deutschland gehörten, in einem möglichst hohen Detailgrad zu zu erheben. Das Ziel soll darüber erreicht werden, dass mehrere tausend Personen, deren 4 Großeltern in einer Entfernung von nicht mehr als 80 km voneinander geboren sind, durch einen DNA-Test an der Studie teilnehmen.
 
Ein vergleichbares Projekt für Irland hat Living DNA vor einigen Monaten begonnen: https://www.livingdna.com/en-eu/irish-dna-research-project
 
Beteiligen kann man sich auf folgende Weise: Man kann entweder die Daten eines DNA-Tests von Ancestry, FTDNA, 23andme oder MyHeritage zu Living DNA hochladen, sodass sie ausgewertet werden können, oder man lässt einen neuen DNA-Test von Living DNA durchführen. Wichtig ist es auch, mögliche Teilnehmer an der Studie, über das Projekt zu informieren.
Living DNA wird die Testergebnisse entsprechend auswerten und daraus eine detaillierte Karte der für Deutschland typischen DNA-Muster erstellen. Teilnehmer beider Arten erhalten eine lebenslängliche Mitgliedschaft bei Living DNA, welche die Testergebnisse kontinuierlich auf den neuesten Stand bringen wird.
 
Der von Living DNA angebotene DNA-Test umfasst die Analyse aller drei DNA-Bereiche, die autosomale DNA (entspricht dem, was FTDNA, Ancestry und MyHeritage anbieten), die Mitochondrien-DNA und die Y-DNA.
 
Seitens des Vorstands wird die Kooperation von Timo Kracke betreut. Darüber hinaus freuen wir uns sehr, dass wir Dr. Tobias Kemper als Projektleiter gewinnen konnten. Er ist als ausgewiesener Fachmann im Bereich der DNA-Genealogie bekannt und hat uns bei diesem Projekt von Anfang an mit seiner Expertise unterstützt. Dr. Kemper wird als Ansprechpartner, für unsere Mitglieder und weitere Teilnehmer zur Verfügung stehen.
 
Die Aufgabe von Compgen ist vor allen Dingen, das Projekt mit seinem geschichtlichen und genealogischen Fachwissen zu unterstützen. Natürlich fällt uns auch die "Aufgabe" zu, über unsere Kommunikationskanäle und Netzwerke möglichst viele potentielle Probanden auf diese Studie aufmerksam zu machen.
 
 
Für Compgen selbst versprechen wir uns durch diese Kooperation eine erhöhte Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Fachwelt, zumal geplant ist, dass wir als Co-Autoren bei diversen Publikationen mitwirken werden.
 
Für die Genealogen in Deutschland bedeutet das Projekt einen Nutzen in verschiedener Hinsicht: Es entsteht eine große Datenbank mit DNA-Proben, die endlich das im englischsprachigen Raum schon weit verbreitete DNA-Matching möglich macht. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Möglichkeiten der DNA-Genealogie auch in Deutschland genutzt werden können. Die Kartierung der typischen DNA-Muster erlaubt eine biogeographische Analyse und Auswertung von DNA-Proben, die in ihrer Genauigkeit ganz erheblich über das hinausgeht, was derzeit von anderen Anbietern geleistet wird. 
 
Für unsere Mitglieder, die ihre DNA testen lassen wollen, konnten wir gestaffelte Sonderkonditionen erreichen, und zwar sowohl für diejenigen, die das 80-km-Kriterium zur Teilnahme an der Studie erfüllen, als auch für alle weiteren Interessierten. Alle Test-Kits für Teilnehmer an der Studie, die das 80-km-Kriterium erfüllen, kosten 89 € (zuzugl. Versand). Darüber hinaus erhalten CompGen-Mitglieder die das Kriterium nicht erfüllen den DNA-Test von Living DNA für 109 € (zuzügl. Versand) (Normalpreis: 159 €). Wer seine DNA für die Studie zur Verfügung stellt, erhält eine lebenslange kostenfreie Mitgliedschaft bei Living DNA mit Nutzung der Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten.
 
Die Möglichkeit, die Ergebnisse eines bereits vorliegenden DNA-Tests zu Living DNA zu übertragen, wird ab sofort bestehen. Auch können neue Tests ab sofort bestellt werden, allerdings zurzeit nur mit einer englischsprachigen Anleitung. Tests mit einer deutschsprachigen Anleitung werden vorbereitet; sobald dies abgeschlossen ist, werden wir entsprechend informieren.
 
Die Startseite des Projekts bei Living DNA steht bereits auf Deutsch zur Verfügung; es wird daran gearbeitet, die Internetseite von LivingDNA insgesamt und insbesondere die Ergebnisseiten auch auf Deutsch zur Verfügung zu stellen. 
 
Die Projektseite bei Living-DNA kann unter folgender Adresse erreicht werden:

Pressemitteilung (deutsch)(englisch)

Dr. Tobias Kemper & Timo Kracke

Über 1.000 Adressbücher in der DigiBib

02.04.2017

In diesem Monat haben wir das 1.000 Adressbuch in die DigiBib eingestellt.  Die bereitgestellten Bücher umfassen den Zeitraum von 1801 bis in die 1970er Jahre. Die Ortschaften reichen von A wie Aachen bis Z wie Zürich. Von einigen Gemeinden sind nur einzelne Bücher vorhanden, Köln ist mit 64 Ausgaben am häufigsten vertreten, gefolgt von Lübeck mit 54 Ausgaben.

 

Viele haben dazu beigetragen, diese beeindruckende Anzahl von Adressbüchern in unserer DigiBib verfügbar zu machen. Zu einem beträchtlichen Teil stammen die Vorlagen für die Digitalisate aus Kooperationen, wie zum Beispiel mit dem Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, Deutsche Zentralstelle für Genealogie, der Westdeutschen Gesellschaft für Familienforschung, dem Verein für Familienforschung e.V. Lübeck, dem Bayerischen Landesverein für Familienforschung, dem NS Dokumentationszentrum in Köln, Familysearch, dem Kommunalarchiv Minden, dem Archiv der Region Hannover und vielen anderen mehr, aber auch und das möchten wir besonders hervorheben, vielen privaten Spenden und Leihgaben. Nur ein kleiner Teil der Adressbücher wurde für die Digitalisierung mit Mitteln des Vereins für Computergenealogie beschafft. Die Digitalisierung der Leihgaben erfolgte zum in ehrenamtlicher Arbeit mit den von Compgen beschafften Buchscannern und zum Teil in Auftragsdigitalisierung.

 

Die Mitarbeiter der DigiBib können in diesem Jahr das 10-jährige Bestehen der DigiBib feiern. Allein seit Dezember 2014 konnten über 560 neue Adressbücher vorgestellt werden. Die ersten Adressbücher wurden im Juli 2007 vorgestellt (Ansbach (Bayern)/Adressbuch 1921, Bad Freienwalde (Oder)/Adressbuch 1913, Flensburg/Adressbuch 1847) 

 

Insgesamt werden zur Zeit im GenWiki 6.600 online und kostenfrei verfügbare Adressbücher nachgewiesen.  

http://wiki-de.genealogy.net/Kategorie:Online-Adressbuch

http://wiki-de.genealogy.net/Kategorie:Adressbuch_in_der_DigiBib

 

CompGen dürfte damit mit seiner Abteilung Adressbuch in der DigiBib der größte Anbieter auf diesem Gebiet sein.
Allen, die dazu beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. 

Gerhard Stoll, Horst Reinhardt, Marie-Luise Carl


Genealogentag in Altenberge und ein neues Vorstandsteam

20.03.2017

Liebe Mitglieder und Freunde des Vereins,

Am am Samstag den 18.03.2017 fand in Altenberge der http://www.genealogy.net/vereine/wggf/?Die_WGGF:Westfaelischer_Genealogentag  statt. 

Unser CompGen Stand war während der gesamten Ausstellung umlagert. Es konnten viele Auskünfte gegeben, auf unsere diversen Angebote hingewiesen und konkrete Anfragen beantwortet werden. 5 neue Mitglieder haben wir bereits während der Veranstaltung aufgenommen und mit Heften versorgt. Herzlich willkommen!

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DES - Captchas

06.03.2017

In diesem Artikel stelle ich unsere ersten Erfahrungen mit den DES-Captchas vor.DES-Captcha Eingabemaske

GOV - neue Kartenansicht

15.02.2017

Umriss des Kreis Plön im GOV Das Geschichtliche Ortsverzeichnis (GOV) hat eine neue Kartenansicht bekommen. Damit wird nun die Ausdehnung von Verwaltungseinheiten besser sichtbar. 

Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe

11.02.2017

Am 07. Februar 2017 unterzeichneten im Landesarchiv in Detmold Wolfgang Bockhorst (WGGF), Marie-Luise Carl (CompGen) und Frank Bischoff (Landesarchiv NRW) den Kooperationsvertrag zur gemeinsamen Online-Erschließung der Juden- und Dissidentenregister (JuWel).

Die Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe

Das Interesse des Staates am Personenstand erstreckte sich im 19. Jahrhundert zunehmend auch auf nicht-christliche bzw. nicht den Amtskirchen angehörende Personen, insbesondere Juden, Dissidenten und Quäkern. Die Einführung von Judenregistern variierte von Territorium zu Territorium: Im französischen Königreich Westphalen wurden für Juden gesonderte Zivilstandsregister geführt, im Großherzogtum Berg nicht. Im Bereich des zum Großherzogtum Hessen gehörenden ehemaligen kurkölnischen Herzogtums Westfalen galt die Verordnung von 1804, wonach die Pfarrer gesonderte Judenregister zu führen hatten. In Lippe wurde dies 1809 angeordnet. Auch in der preußischen Zeit ab 1815 war die Führung von Judenregistern unterschiedlich, bis 1822 und 1847 Regelungen zur einheitlichen Führung von Judenregistern getroffen wurden. Demnach mussten die Register der Juden an die Gerichte abgegeben werden. Ähnliches galt ab 1847 für Quäker und Dissidenten (»geduldete Religionsgemeinschaften«). Mit der Einführung des Standesamtswesens und der Personenstandsgesetze im Jahr 1874/75 endete die nach Konfessionen getrennte Registerführung.

Die Lippische Landes-Zeitung berichtet am 09. Februar 2017 unter dem Titel "Landesarchiv: Kapitel jüdischer Geschichte wird digitalisiert" über die Kooperation des Landesarchiv Detmold mit dem Verein für Computergenealogie und der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung.
http://www.lz.de/lippe/detmold/21682785_Landesarchiv-Kapitel-juedischer-Geschichte-wird-digitalisiert.html

Begleitend zum 7. Westfälischen Genealogentag in Altenberge (18. März 2017) wird unsere Vorsitzende Marie-Luise Carl zusammen mit Volker Hirsch einen Vortrag mit dem Titel "Die westfälischen Juden- und Dissidentenregister 1815-1874 - Start des Online-Projekts "JuWeL"" halten um das Projekt den Besuchern vorzustellen.
http://www.genealogy.net/vereine/wggf/?Die_WGGF:Westfaelischer_Genealogentag:Vortraege

Die Projekt-Seite im GenWiki findet sich unter der folgenden Webadresse:
http://wiki-de.genealogy.net/Juden-_und_Dissidentenregister

Wir freuen uns auf viele Unterstützer bei der Indexierung.

Klausursitzung des CompGen-Vorstands am 21./22. Januar 2017

24.01.2017

„Die ehrenamtliche Führung der Geschäfte eines aktuell über 3600 Mitglieder zählenden Vereins erfordert einiges an Planung, Arbeitsteilung und Kommunikation zwischen den derzeit zehn Vorstandsmitgliedern.“ So begann unser Bericht über die Vorstandsklausur im März 2016, die wir der Analyse von Defiziten und der Entwicklung von mittel- und langfristigen Zielen für den Verein gewidmet hatten. Nun hat sich der Vorstand unter Einbeziehung der Geschäftsstelle nach knapp einem Jahr erneut in Hannover getroffen, die Mitgliederversammlung inkl. Vorstandswahl am 19. März in Altenberge vorbereitet - und eine gemischte Bilanz hinsichtlich der Vorstandsarbeit des vergangenen Jahres ziehen müssen. Da diese von hoher Relevanz für die Arbeit des Vereins insgesamt ist, möchten wir Euch – die Vereinsmitglieder - auf diesem Wege darüber informieren.  

 

Personelle Situation

Anders als im März 2016 geplant musste der Vorstand den vorzeitigen, gesundheitlich bedingten Rücktritt unseres Schriftführers Andreas Job kompensieren. Unsere Vereinsmitglieder Julia Rörsch und Tanja Bals haben uns seit Oktober dabei unterstützt und sind bereit, auch für den Vorstand zu kandidieren. Zudem fiel unser Beisitzer für IT-Systemadministration, Uwe Baumbach, für seine Vorstandsaufgabe aufgrund beruflicher Belastung fast vollständig aus. Die im März 2016 beschlossene Verstärkung des IT-Teams durch einen zweiten SysAdmin (auf Honorarbasis) konnte zwar im 4. Quartal 2016 realisiert werden, reicht aber zur Kompensation nicht aus. 

CompGen ist groß geworden, auch hinsichtlich der eingesetzten Technik und Software. Die Teilnehmer der Klausurtagung schlagen  deshalb vor, das nach  der Mitgliederversammlung im März die dann neu gewählten Vorsitzenden  die Einstellung eines SysAdmins auf Basis einer halben Stelle prüfen sollen. Im Haushaltsplan 2017 wird diese Stelle für das 2. Halbjahr deshalb mit eingeplant. Aufgabengebiete wären: die Unterstützung der Basisadministration von physischen und virtuellen Linux-Servern; Storage-Administration; Aufbau, Konfiguration und Administration von virtuellen Systemen; Konfiguration der physischen und logischen Netzinfrastruktur; System- und Netzwerksicherheit (Verschlüsselung, Authentifizierungs- und Autorisierungsverfahren, Routing und Filtering); Installation und Updates von Systemen und Applikationen; Monitoring; Anpassungen von Interapplikations-Schnittstellen (Webservices, Benutzerverwaltung); Erstellung und Überwachung von Backups; Datenbank-Administration.

Über die Notwendigkeit, Kandidatinnen oder Kandidaten für den 1. und 2. Vorsitz zu finden, wurde bereits über die Mitgliedermailingliste informiert. Dem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen sind mehrere Mitglieder gefolgt, wofür der Vorstand herzlich dankt. Er wird im Laufe der nächsten zwei Wochen persönlichen Kontakt mit allen Vorgeschlagenen aufnehmen. Ziel ist es, im Interesse des Vereins den Übergang der Aufgaben der ausscheidenden Vorstandsmitglieder auf ihre Nachfolger gut vorzubereiten. Dies ist natürlich nicht präjudizierend: Es steht jedem Mitglied frei, auch ohne vorherige Abstimmung mit dem aktuellen Vorstand kurzfristig auf der Mitgliederversammlung (MV) am 19. März in Altenberge für den Vorstand zu kandidieren. [Bei der Gelegenheit schon jetzt der Hinweis, dass Anträge an die MV laut Satzung spätestens eine Woche vor dem Termin schriftlich beim Vorstand eingereicht und mit einer Begründung versehen sein müssen. Die Einladungen zur MV werden wir bis Mitte Februar versenden]. Ein fließender Übergang wird dadurch garantiert, dass für einen Teil der Vorstandsmitglieder die Wahlperiode erst im März 2018 endet und weitere Vorstandsmitglieder erneut zur Kandidatur bereit sind: personelle Kontinuität wird in jedem Fall gegeben sein. 


v.l.n.r. Horst Reinhardt, Timo Kracke, Jesper Zedlitz,Julia Rörsch, Susanne Nicola, Klaus-Peter Wessel, Thekla Kluttig, Marie-Luise Carl

 

Inhaltliche Schwerpunkte

„Wo stehen wir mit CompGen heute, wo wollen wir hin? Welche Ziele haben wir und wie, von wem und wann können Sie realisiert werden?“ Diese Fragen hatten wir im März 2016 diskutiert und vier wichtige Ziele identifiziert, die wir für den Verein erreichen wollten: 1. eine bessere Planung und Organisation unserer Freiwilligenarbeit, 2. eine den heutigen Anforderungen und Möglichkeiten entsprechende Präsentation des Vereins und seiner Angebote (u. a. Neu-Design der Website), 3. die Integration aller in unseren Projekten vorhandenen genealogischen Daten in Gedbas4all sowie 4. die Rechtskonformität der Vereinstätigkeit speziell im Hinblick auf urheberrechtliche und datenschutzrechtliche Anforderungen. Welche Bilanz ziehen wir hier?  

Die Führung der operativen Geschäfte war gegenüber den strategischen Zielen prioritär und angesichts der geschilderten personellen Situation auch nicht trivial. Diese konnten wir – auch dank der verlässlichen Unterstützung durch die Geschäftsstelle - gewährleisten. 

Vorangekommen sind wir mit dem ersten Thema: „Freiwilligenmanagement“. Nach Entwicklung eines FM-Konzeptes im Vorstand und Abstimmung des Konzeptes mit den Projekten hat das FM-Team (Helga Scabell und die Vorstandsmitglieder Klaus-Peter Wessel und Susanne Nicola) im Herbst 2016 die Arbeit – auch für die Mitglieder sichtbar – aufgenommen, näheres dazu im Bericht des Vorstands auf der MV am 19. März. Das zweite Ziel, die Entwicklung einer ansprechenderen Präsentation des Vereins und seiner Angebote (v. a. Relaunch Website) sind wir angegangen; die bisherigen Vorschläge durch eine externe Design-Firma haben uns aber nicht überzeugt und wir haben nun beschlossen, einen anderen Weg zu gehen. Auch hierzu werden wir genaueres in Altenberge vorstellen. Bei dem dritten Ziel, der Integration aller in unseren Projekten vorhandenen genealogischen Daten in Gedbas4all, konnten zwar Fortschritte erzielt werden, allerdings blieben diese deutlich hinter den im März 2016 gehegten Erwartungen zurück. Der gleiche Befund gilt für das vierte Ziel, der Rechtskonformität der Vereinstätigkeit speziell im Hinblick auf urheberrechtliche und datenschutzrechtliche Anforderungen. Einen sehr wichtigen Schritt haben wir aber mit dem Beschluss getan, Kitodo (frühere Bezeichnung: Goobi) als Softwarepaket für unsere Digitalisierungsprojekte anzuschaffen. Angesichts des Volumens und der Vielfalt der bei uns gehosteten Digitalisate und im Blick auf künftige Projekte ist der Umstieg auf eine zukunftsfähige Lösung unerlässlich.

Der aktuell amtierende Vorstand hat getan, was er tun konnte. Noch mehr als vor einem Jahr konstatiert, wird es für die Zukunft darauf ankommen, engagierte Vereinsmitglieder für die Vorstandsarbeit und die vielfältigen darüber hinaus gehenden Aufgaben zu gewinnen. Der Verein hat mit über 3600 Mitgliedern eine Größe erreicht, bei der eine rein ehrenamtliche Aufgabenwahrnehmung an eine Grenze kommt. Der Vorstand, der sich nach der Wahl am 19. März mit langjährigen und neuen Mitglieder wieder neu konstituieren wird, steht vor anspruchsvollen Aufgaben auch hinsichtlich unserer strategischen Ausrichtung. Wir haben einen tollen Verein mit vielen engagierten, begeisterungsfähigen und tatkräftigen Mitgliedern: Packen wir es an! 

 

Euer Vorstand

Rückblick zur Tagung „Genealogie PLUS

26.11.2016

Vernetzung, Digitalisierung und automatische Handschriftenerkennung: Bericht zur Tagung des Hessischen Landesarchivs am 24./25. November 2016

17 Vorträge zwischen Donnerstagvormittag und Freitagmittag: Die im Hessischen Staatsarchiv Marburg in Verbindung mit co:op – The creative archives' and users' network veranstaltete Tagung „Genealogie PLUS: Partnership, Open Access und maschinengestützte Indexierung“ bot ein intensives Programm. Anders als der Titel vielleicht suggerierte, war die Tagung inhaltlich nicht beschränkt auf genealogische Daten und Forschung im engeren Sinne. Sie zeigte vielmehr darüber hinausgehend das enorme Potential, das in einer intensiveren Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Archiven, Nutzern und – gemeinnützigen oder kommerziellen – Anbietern liegt.

Angesichts der Fülle der Beiträge und Informationen folgt der Tagungsbericht nicht ihrer chronologischen Reihenfolge oder der Gliederung in drei Sektionen. Eine Online-Stellung der Videomitschnitte der Vorträge über ICARUS ist zudem in Vorbereitung (Dank an Ingrid Reinhardt), so dass die einzelnen Vorträge dann „nachgesehen“ werden können. Da ich als Vertreterin des Vereins für Computergenealogie vor Ort war, gleichzeitig aber engagierte Archivarin bin (und es sich im Kern auch um eine Tagung für eine archivische Zielgruppe handelte), erfolgt mein Bericht aus beiden Perspektiven und gliedert sich in vier inhaltliche Schwerpunkte, die sich m. E. durch die Tagung zogen: 1. Hinwendung der Archive zu den aktuellen und künftigen Nutzern, 2. Digitalisierung als Erweiterung des Archivsprengels, 3. Technische und menschliche Vernetzung sowie 4. Archive als Goldgruben historischer Daten. Aus aktuellem Anlass schließt sich ein Punkt 5. „Doublefold 2.0“ an. Worum ging und geht es?

1. Hinwendung der Archive zu den aktuellen und künftigen Nutzern

Eine gute Nachricht für Menschen, die (auch) Familiengeschichtsforschung betreiben: In Archiven ist etwas in Bewegung geraten. Andreas Hedwig (Hessisches Landesarchiv) stellte einleitend zwar zu Recht fest, dass „Genealogie“ auch heute noch für Staatsarchive kein selbstverständliches Thema sei. Das Hessische Landesarchiv hat sich der großen Nutzergruppe mit familiengeschichtlichen Interessen allerdings zugewendet – die 2016 durchgeführte Nutzerumfrage und jüngst die informative Publikation „Familienforschung im Hessischen Landesarchiv. Spurensuche zu Ihren Vorfahren“ zeugen davon. Auf unserer Mitgliederliste wurde die Publikation samt begleitender Online-Angebote schon lobend vorgestellt; sehr positiv wurde zudem gewertet, dass das Landesarchiv dabei über den Tellerrand (des Archivsprengels) hinaus blickt und nützliche Tipps auch gibt, wo die Forschungen das hessische Territorium verlassen, z. B. bei Auswanderern. Auch die große Nutzerumfrage, die das Archiv des Bistums Passau im Rahmen des READ-Projektes durchgeführt hat (an der sich auch viele Compgen-Mitglieder beteiligt haben dürften), zeugt davon, dass Archive anfangen, sich für ihre Nutzer zu interessieren. Hannelore Putz vom Bistumsarchiv stellte erste Ergebnisse vor, darunter das (das Klischee des „Rentner-Hobbys“ in Frage stellende) Faktum, dass fast die Hälfte der rd. 1000 Personen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, noch im Arbeitsleben steht; 41% der Teilnehmer waren im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. 

Und darüber hinaus: Durch viele Vorträge zog sich wie ein roter Faden, dass jede Art von Interesse an historischen Unterlagen – sei es heimatgeschichtlich, familienkundlich, wissenschaftlich oder in reiner Faszination oder Neugierde begründet – ein legitimes Interesse ist, über das sich Archivarinnen und Archivare freuen können (oder: freuen sollten). Das Internet demokratisiert mit seinen Möglichkeiten den Zugang zu Archivgut – ein Aspekt, auf den u. a. Thomas Aigner in seiner Vorstellung „Von ICARUS zu ICARUS4all: Institutionen und Nutzer vereint in gemeinsamen Zielen“ hinwies. Der Nutzer als Partner auf Augenhöhe: Das wäre ein großer Schritt nach vorne.

2. Digitalisierung als Erweiterung des Archivsprengels

Für fast alle öffentlichen Archive ist ihr „Archivsprengel“ konstitutiv. Er definiert die Zuständigkeit des Archivs für einen konkreten geographischen Raum durch die vergangenen Jahrhunderte bis heute. Aus dem Sprengel ergibt sich, von welchen Behörden, Einrichtungen, Institutionen das Archiv Archivgut verwahrt. Und bis vor zehn, fünfzehn Jahren bildete der Archivsprengel auch den geographischen Raum, aus dem ein großer Anteil der Benutzer eines Archivs kam (auch wenn natürlich auf dem Postweg oder telefonisch auch Anfragen aus einem weiteren Umfeld das Archiv erreichten). Mit der Online-Stellung von Verzeichnungsinformationen, noch mehr mit der Online-Stellung von Digitalisaten und vor allem mit der Auffindbarkeit von Index-Daten in großen Datenbanken / Portalen erweitert sich der Nutzerkreis der Archive jedoch über den ganzen Globus. Die digitalisierte Urkunde aus dem Stadtarchiv Bautzen wird über die Plattform Monasterium.net auch von New York oder Sidney aus bei Interesse gesucht, gefunden und benutzt. Noch aber verharren viele Archivare und Archivarinnen gedanklich in ihrem Archivsprengel und nutzen die sich bietenden Chancen der Digitalisierung (beginnend bei der Online-Stellung der Findmittel) für die Erweiterung ihres Wirkungsbereiches nicht oder wenig. Dabei bieten sich daran Interessierten viele Möglichkeiten: Nur eins von vielen möglichen Beispielen ist das Angebot von Google Arts & Culture, das von Kristina Leipold (Google Deutschland) unter dem Titel „Historischer Content bei Google – Attraktiv für Archive!“ vorgestellt wurde. Die archivischen Partner können auf dieser nicht kommerziellen Plattform eigenständig in einem CMS arbeiten, es erfolgt keine Daten- oder Rechteübertragung an Google. Das Bundesarchiv nutzt diese Möglichkeit seit Jahren für virtuelle Ausstellungen, das Landesarchiv Hessen wird in Kürze mit einem Projekt zu historischen Kriegskarten zu amerikanischen Städten starten.

3. Technische und menschliche Vernetzung

Das Internet hat Möglichkeiten einer technischen Vernetzung mit sich gebracht, die das Teilen von Wissen und Daten und das gemeinsame Arbeiten an genealogischen Wissensbeständen revolutioniert haben. Beides ist nicht neu: Vor fast hundert Jahren begann mit dem über acht Jahrzehnte dauernden Ahnenlistenaustausch das Teilen in deutlich überregionalem Maßstab und kurz darauf – noch in den 1920er Jahren – der Aufbau der Ahnenstammkartei als Verkartung dieser Ahnenlisten: Eine Datenbank in analoger Zeit. Heute vernetzen die technischen Möglichkeiten Menschen mit sich überschneidenden Interessen über Kontinente hinweg. Ein „Low-Tech-Beispiel“ stellte Roger Lustig (Princeton, USA) mit dem „Hessen – Gatermann Index“ vor, bei dem eine spezialisierte Interessensgemeinschaft ohne große Ressourcen Digitalisate von jüdischen Personenstandsunterlagen aus dem Hessischen Landesarchiv indiziert und über die JewishGenGermany Database zugänglich gemacht hat. Wie stark Informations- und Datenaustausch prägende Trends sind, war auch ein Thema in meinem Vortrag über „Familiengeschichtsforschung in Zeiten der Digitalisierung“. Die zentrale Funktion von Normdaten erläuterte Stefan Aumann (Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde) in seinem instruktiven Beitrag über „Die Vernetzung heterogener Informationsressourcen über Normdaten“. Bei der Gelegenheit: Möglichkeiten der Normierung biographischer Daten wird unser stellv. Vorsitzender, Jesper Zedlitz, bald in der Fachzeitschrift „Archivar“, vorstellen.

Bild: Thekla Kluttig beim Vortrag "Familiengeschichtsforschung in Zeiten der Digitalisierung"

Von den Daten zu den Menschen: Den enormen Wert von informellen zwischenmenschlichen Kontakten betonten Francesco Roberg in seinem Vortrag über die internationalen Netzwerk-Projekte co:op – The creative archives' and users' network und READ(Recognition and enrichment of archival documents) sowie Thomas Aigner von ICARUS. Bei aller Verlagerung von Arbeit und Freizeitaktivitäten vor den individuellen mobilen oder nicht-mobilen Bildschirm: Der persönliche Kontakt zwischen Menschen ist nicht zu ersetzen. In diesem menschlichen Grundbedürfnis liegt auch künftig eine Chance für die genealogischen und historischen Vereine; allerdings werden sie das Gute aus beiden Welten – der analogen wie der digitalen – miteinander verbinden müssen, um Menschen anzusprechen. Und gleiches gilt für Archive.

4. Archive als Goldgruben historischer Daten

Jenseits der kleinen Gruppe von Archivaren und Archivbenutzern (weibliche mitgedacht) hat das Stichwort „Archiv“ lange Zeit nur Desinteresse ausgelöst; die Klischees sind bekannt. Natürlich ist das in weiten Teilen der Bevölkerung und der Medien auch heute noch so, aber: Unter dem Signum „Big Data“ haben gemeinnützige und kommerzielle Anbieter von Daten das riesige Potential an historischen Daten entdeckt, das in Archiven schlummert. Zu Recht gehen sie davon aus, dass es ein großes, weltweites Interesse von Menschen an diesen historischen Objekten und Informationen gibt: Alle historische Informationen mit Orts-, Personen- oder Sachbezügen gehören dazu. Bekannt ist das Interesse von Anbietern wie Ancestry, MyHeritage oder FamilySearch an personenbezogenen Daten im „klassischen“ Sinn, also Kirchenbüchern und Personenstandsunterlagen. Aber innovative Anbieter haben erkannt, dass der „Content“ von Archiven weit darüber hinausgeht: historische Karten, Fotos und personen- und ortsbezogene Dokumente aller Art sind – auch kommerziell - von Wert. Denn es gibt einen Markt dafür: Menschen, die bereit sind, für den Zugang zu zahlen. Nebenbei bemerkt sollten Archivare darüber nicht die Nase rümpfen: qua Gebührenordnungen ist auch der bisherige Zugang zu Archivgut für Menschen außerhalb der institutionalisierten Wissenschaft regelmäßig mit Kosten verbunden. Unter Familienforschern ist die Existenz eines „Marktes“ natürlich ein alter Hut – vielen Archivarinnen und Archivaren ist aber nicht bewusst, was Francesco Roberg so auf den Punkt brachte: „Archivische Daten sind international eine Währung“. Und dieser Markt gewinnt mit der Perspektive einer automatischen Handschriftenerkennung (die auf der Tagung durch die Fa. Qidenus Technologies repräsentiert wurde) erheblich an Dynamik. Man denke nur ganz kurz darüber nach, welche Perspektiven sich damit eröffnen und versteht, dass eine Goldgräberstimmung entstehen kann. Und dieser Markt besteht auch bei Daten, die gleichzeitig open access zur Verfügung stehen: Eine Tatsache, die vielen Archivaren und Archivarinnen unklar ist, weil sie sich bisher nicht klargemacht haben, wie viele Menschen in und außerhalb von Europa lieber gegen eine Bezahlung den Zugang zu einem großen Datenportal haben, als auf der Suche nach Daten zu Vorfahren aus Deutschland auf 25 einzelnen Archivwebseiten nach Informationen zu suchen.

Dies ist nicht der Ort, um das für und wider einer archivischen Beteiligung an diesem Markt (zwischen open acess und Bezahlschranken) zu behandeln. Ein Gedanke sei aber geäußert: In der vor-digitalen Zeit haben Archive Findbücher und Urkunden- oder Akteneditionen bei Verlagen publiziert, die für diese Publikationen und damit ihre Leistungen Geld erhielten. Die Gründerin und Geschäftsführerin der Fa. Qidenus, Sofie Quidenus, stellte ihre Firma als einen Verlag für Archive vor, die den Brückenschlag in die Wirtschaft wagen. Und der Verlags-Begriff ist passend gewählt: Das Archiv stellt Inhalte zur Verfügung, das Unternehmen bereitet diese für die Publikation (im Netz) auf und vermarktet sie. Und dies ist durchaus parallel zu einem open access - Zugang möglich.

Bedauerlich war allerdings, dass die „maschinengestützte Indexierung“ in Form der Handwritten Text Recognition (HTR) zwar Thema mehrerer Vorträge war, die konkret erreichten Fortschritte aber deutlich weniger dargestellt wurden als das darin liegende Potential. Für einen Verein wie Compgen, bei dem Indizierungsprojekte einen (wenn auch nicht den einzigen) „Markenkern“ darstellen, ist HTR und seine Konsequenzen natürlich ein überaus wichtiges Thema. 

Und nun zum aktuellen und mich sehr beunruhigenden Anlass, hier ein weiteres Thema anzusprechen:

5. Doublefold 2.0

In meinem Vortrag hatte ich unter dem Stichwort „Doublefold 2.0?“ daran erinnert, dass vor nun 15 Jahren das Sachbuch „Double Fold“ von Nicholson Baker unter dem Titel „Der Eckenknick“ auf Deutsch erschien. Er schilderte – und verurteilte – das Vorgehen von wissenschaftlichen Bibliotheken in den USA, die dank massiver finanzieller Mittel noch in den 1980er und 90er Jahren flächendeckend Zeitungsbände auf Mikrofilm aufnahmen und die Originale anschließend vernichteten. Auslöser dafür, diesen Aspekt in meinen Vortrag aufzunehmen, war die Feststellung eines Vertreters des finnischen Nationalarchivs auf einer Tagung im Januar 2016, dass man dort vor einer Digitalisierung von Amtsbüchern die Bindungen aufschneide, da die Digitalisierung dann schneller („effizienter“) erfolgen könne. Ich habe diese Haltung im Blog Archivalia kritisiert. Und sehe mich nun in meiner Sorge bestätigt, dass die für Digitalisierungsmaßnahmen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel einen Hype auf Kosten der Originale erzeugen, wie es damals die Mittel für die Verfilmung taten: Im jüngsten Heft von insight, der Zeitschrift von ICARUS, weist der Generaldirektor des finnischen Nationalarchivs darauf hin, welches Einsparpotential dadurch besteht, dass Archivgut dort nach der Digitalisierung vernichtet wird. 

Ich kann die Lektüre von "Der Eckenknick" nur empfehlen. Wir sollten aus dieser Geschichte lernen und bei der Digitalisierung mit Augenmaß vorgehen: Digitalisierung ja, aber nicht auf Kosten der Originalüberlieferung!

Thekla Kluttig
Bilder Ingrid Reinhardt

Das war der Genealogentag in Bregenz

03.10.2016

Am vergangenen Wochenende, fand im schönen Bregenz am Bodensee der 68. Deutsche Genealogentag statt. CompGen war auch in diesem Jahr mit einem Stand und dem Vortrag "Online Forschung mit Genealogy.net - Online Forschung und Mitarbeit in den Projekten des Vereins für Computergenealogie e.V." von Timo Kracke vertreten.

Unser Stand war wie gewohnt gut besucht und es gab interessante Gespräche mit den Besuchern. Vielen Dank an dieser Stelle an die Mitglieder Helga Scabell, Cordula Eberle, Yvonne Hausheer und Ingrid Reinhardt, die uns hier mit Standdienst unterstützt haben. Der Vortrag von Timo Kracke war sehr gut besucht und veranlasste sogar einen Besucher nach dem Vortrag umgehend bei uns Mitglied zu werden.

Den Samstag Abend haben wir genutzt um uns mit unseren Mitgliedern und Freunden zum gemütlichen Abend im Goldenen Hirsch, Bregenz zu treffen. Der Einladung von Ingrid Reinhardt waren hier gut 45 Personen gefolgt. Herzlichen Dank an Ingrid Reinhardt für die tolle Organisation.

Informationen zum 68. Deutschen Genealogentag gibt es weiterhin auf der Website der IGAL http://dgt.igal.at 

Während der Veranstaltung wurden auch die sozialen Netzwerke ausgiebig genutzt und unter dem Hashtag #68DGT16 verschiedene Meldungen veröffentlicht. Im sogenannten Storify sind diese zusammengefasst nachzulesen
https://storify.com/genkracke/68-deutscher-genealogentag 

Abschließend können wir sagen, dass der Genealogentag in Bregenz eine gelungene Veranstaltung, mit einer schönen Abendveranstaltung auf dem Schiff, interessanten Gespräche am Stand, guten Vorträgen und gemütlichem CompGen Treffen war. Vielen Dank an die IGAL für die gute Vorbereitung und Ausrichtung.

(Timo Kracke)

Hinwendung zu den Benutzern. Eindrücke vom Deutschen Archivtag

01.10.2016

In den vergangenen Tagen fand der 86. Deutsche Archivtag in Koblenz statt. Im Folgenden möchte ich kurz über einige dort vorgestellte und diskutierte Themen informieren. In der ersten gemeinsamen Arbeitssitzung (Thema: „Standort der Archive in der Wissensgesellschaft“) hatte ich die Gelegenheit, vor über 500 Teilnehmern über „Die Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland und die Archive“ zu sprechen. Im Kern habe ich darin für eine Wendung im archivarischen Selbstverständnis plädiert: nicht die Quellen, sondern die Menschen sollten im Mittelpunkt unserer Tätigkeit stehen. Das bedeute natürlich nicht, traditionelle Aufgaben oder Werte aufzugeben, also die Bildung einer aussagekräftigen Überlieferung, die Bewahrung und Erschließung der Quellen. Es bedeute aber, die Orientierung nach außen, hin zu den vorhandenen und potentiellen Benutzern, von einer nachrangigen zu der vorrangigen Aufgabe zu erheben. 

... mehr ...


Totenzettel-Sammlungen der WGfF nun auch in der Metasuche

23.09.2016

Seit heute sind die Totenzettel-Sammlungen der WGfF http://www.wgff-tz.de an die zentrale Meta-Suche http://meta.genealogy.net angebunden. So findet man ab sofort auch Treffer in den mehr als 175.000 erfassten Totenzetteln, die bis in das Jahr 1737 zurückgehen

CompGen stellt Daten für Coding Da Vinci bereit

12.09.2016

Der Verein für Computergenealogie e.V. stellt für den Kultur-Hackathon Coding Da Vinci seine Daten aus den Projekt Genealogisches Ortsverzeichnis (GOV) zur Verarbeitung zur Verfügung.

Coding Da Vinci: In den Archiven unserer Museen, Galerien und Bibliotheken schlummern Daten – Gemälde, Buchdrucke, Fotos, Objekte, Ton- und Videoaufnahmen in digitalisierter Form. Der neue digitale Zugang zu unserem kulturellen Erbe bleibt der Öffentlichkeit aber sehr häufig noch verschlossen. Coding da Vinci Nord holt diese Daten ans Tageslicht und macht sie erfahrbar.
Kulturinteressierte, Geisteswissenschaftler/innen, Künstler/innen und Designer/innen treffen auf Entwickler/innen und Hacker, um interdisziplinär mit den Daten zu experimentieren und sie in neue Zusammenhänge zu stellen. Dabei entstehen neue Formate, Installationen, Apps und Webseiten, die Informationen und Werke aus den Archiven unserer Kulturinstitutionen zeitgemäß interpretieren und vermitteln.

https://codingdavinci.de/events/

 

Mit Coding da Vinci Nord findet dieses Jahr das erste Regionalevent von Coding da Vinci mit Fokus auf den Norden Deutschlands und Europas in Hamburg statt.

Der Kultur-Hackathon vernetzt technikaffine und kulturbegeisterte Communities mit den norddeutschen Kultur­insti­tu­tionen, um gemeinsam das kreative Potential, das in unserem digitalen Kulturerbe schlummert, zu wecken und zu entfalten.

Coding da Vinci Nord wird von einem regionalen Team von Freiwilligen veranstaltet und durch die Gründer von Coding da Vinci, die Deutsche Digitale Bibliothek, die Open Knowledge Foundation Deutschland, die Servicestelle Digitalisierung Berlin und Wikimedia Deutschland, begleitet und unterstützt.

Wir sind gespannt, ob die genealogischen Daten auf Interesse stossen und was sich daraus machen lässt.


Coding da Vinci
 - Der Kultur-Hackathon ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung Berlin, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland.

(Text: Verein für Computergenealogie & Coding Da Vinci Website)

CompGen in der Citizen Science - Interviewreihe

03.09.2016
Unser Verein ist mit mehreren Projekten auf der Citizen Sciene - Plattform "GEWISS Bürger schaffen Wissen - Wissen schafft Bürger" vertreten. In der Interviewreihe "Nachgeforscht" wurde nun unser Vorstandsmitglied und stellv. Vorsitzender Jesper Zedlitz zum DatenErfassungsSystem DES, den Projekten von Compgen (darunter dem Projekt zu den Verlustlisten des Ersten Weltkriegs) und unseren Erfahrungen mit Bürgerwissenschaft befragt.
 
 
Das vollständige Interview findet sich hier:

Zufallsfunde der Verdener Familienforscher in der Meta-Suche

14.07.2016

Die Zufallsfunde-Datenbank der Verdener Familienforscher e.V. ist ab sofort an die zentrale Meta-Suche angebunden und findet ab sofort auch Treffer in den mehr als 20.000 dokumentierten Zufallsfunden.

 

Der Zufall arbeitet viel verlässlicher, 
wenn man ihm auf die Sprünge hilft.

© Henryk Bereska (1926 - 2005)
Lyriker, Übersetzer und Aphoristiker, Mitglied des PEN-Zentrums

 

Immer wieder taucht die Frage auf: Wo kann man Zufallsfunde unterbringen, damit sie auch wieder gefunden werden können. Viele dieser Informationen laufen über diverse Mailinglisten – und sind anschließend in der Regel aus der Erinnerung der Forscher verschwunden. Evtl. überlegt man später, dass man etwas in der gesuchten Richtung gelesen hat – aber wo?

Hier wollen wir Abhilfe schaffen und eine Möglichkeit anbieten, diese Funde dauerhaft zu archivieren. 

Was ist ein Zufallsfund?
Manchmal treffen Familienforscher bei Ihrer Recherche auf Hinweise von Personen aus anderen Orten, die aber von Forscherkollegen, die genau an diesen Informationen interessiert wären, nicht an dieser Stelle vermutet werden würden. Solche Funde stellen eine ganz wichtige Hilfe dar. Es könnte die einzige Möglichkeit sein, die Person wieder zu finden.

Es kann sich um Kirchenbucheinträge oder auch um sogenannte "Sekundarquellen" (Literatur, Akten, Familienunterlagen o.ä.) handeln. Ein aufmerksamer Finder kann dadurch einem anderen Forscher zu einem entscheidenden Durchbruch in dessen Forschung verhelfen.

Jeder der auf einen Zufallsfund trifft und diesen zur Verfügung stellen möchte, kann sich für dieses Projekt registrieren lassen und diesen und evtl. künftige Funde dann selbst direkt in die Datenbank eingeben, so dass sie jederzeit wieder gefunden werden können.
Dabei haben wir darauf geachtet, dass die Eingabe knapp gehalten ist, aber effektive Suchfunktionen das Auffinden leicht machen. Mit nur drei Schritten können Sie Ihren Fund dauerhaft archivieren.

Quelle: Z u f a l l s f u n d e, ein Projekt der Verdener Familienforscher e.V., http://www.zufallsfunde.net

Erfde US-Gäste 'Plattdeutsche Freundschaft'

11.07.2016

Auf der 21. Konferenz der Plattdeutschen Freundschaft vom 08.-10. Juni 2016 war auch der SHFam "Schleswig-Holsteinische Familienforschung e.V." zusammen mit dem "Verein für Computergenealogie e.V." mit einem Info-Stand vertreten. Erfde selber hat nur ca 1900 Einwohner aber der Vortrag von Herrn Dr. Hans-Peter Stamp (Mitglied im SHFam) "2000 Amerikaner mit Wuddeln in Arf" konnte belegen, dass in den USA, hauptsächlich in Iowa und dort überwiegend in der Stadt Clinton ca. 2770 Nachkommen nachweislich von ehemals aus der Region um Erfde herum ausgewanderten Menschen abstammen.

Ganz rechts: Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident a.D. von Schleswig-Holstein
links daneben: Mike Kearney von der ASHHS in Clinton USA
zweiter von links: Thomals Klömmer Bürgermeister von Erfde, alle anderen sind US-Gäste in Erfde.

Bild: (c)Klaus Vahlbruch, CompGen


Die Sprache, das "Plattdeutsche", verbindet noch heute die in der "American Schleswig Holstein Heritage Society" (ASHHS)
zusammengeschlossenen Nachkommen in den USA mit den "Plattdeutschen" in Deutschland und besonders in Erfde und der Schleswigschen Geest. Deutsche Teilnehmer der Konferenz kamen aber auch aus ganz Deutschland, aus Köln, Niedersachsen, Hamburg und Bremen. Die Konferenzen finden alljährlich in Schleswig-Holstein, ein andermal in den USA statt. Vor zwei Jahren war Eckernförde Gastgeber der Konferenz.

Als Gastgeschenk überreichen die Mitglieder des SHFam (v.l.n.r.) Klaus Vahlbruch und Hans-Werner Hamann ein Original-Stickbild
aus dem Jahre 1953 an Mike Kearney (Clinton), wie es damals und lange früher schon alle Mädchen und jungen Frauen als Übung
anzufertigen hatten, Stich für Stich, hier dänische Motive.

Bild: (c)Tonio Keller, Bauernblatt


Als Gastgeschenk überreichen die Mitglieder des SHFam (v.l.n.r.) Klaus Vahlbruch und Hans-Werner Hamann ein Original-Stickbild
aus dem Jahre 1953 an Mike Kearney (Clinton), wie es damals und lange früher schon alle Mädchen und jungen Frauen als Übung
anzufertigen hatten, Stich für Stich, hier dänische Motive.

Viele Grüße, Klaus Vahlbruch

CompGen wird aktives Mitglieder in der GAGP

12.06.2016

Am 28. Mai 2015 wurde in St. Paul, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Minnesota, die sog. German American Genealogical Partnership (GAGP, deutsch: Deutsch-amerikanische genealogische Partnerschaft, DAGP) vereinbart. Ins Leben gerufen wurde diese Partnerschaft von der Germanic Genealogy Society (GGS), der Pommern Regional Group of Minnesota und der DAGV. Ziel ist ein enger Austausch zwischen Vereinen und Einzelpersonen, die sich mit der Geschichte deutscher Auswanderer und deren Nachkommen nach Amerika (German-Americans) beschäftigen. Kern der genealogischen Zusammenarbeit ist der Versuch, die unterschiedlichen Interessen (Amerikaner suchen Vorfahren in Deutschland, Deutsche suchen Nachfahren von Seitenlinien in Amerika). Für beide Seiten des Atlantiks ist es daher von großer Bedeutung, von einander zu lernen. (Quelle: DAGV)

Im Rahmen der DAGV Mitgliedschaft sind bereits alle Mitgliedsvereine Mitglieder der Partnerschaft. CompGen wird sich darüberhinaus als aktives Mitglied an den weiteren Aktivitäten der GAGP beteiligen und an diesen mitwirken.

 

Germanic Genealogy Society - http://www.ggsmn.org/cpage.php?pt=70
DAGV - http://www.dagv.org/?German-American_Genealogy___DAGP_%2F_GAGP

Großer Besucherandrang am CompGen-Stand beim Famillement 2016

10.06.2016

Fast 2900 Besucher wurden beim großen Informationstag am 2. Juni im und vor dem Stadtarchiv Utrecht gezählt. CompGen war zum dritten Mal beim Famillement dabei, das 2012 im Maastricht und 2014 in Leiden stattfand, diesmal gleichzeitig am Jahrestag der Stadtrechte-Verleihung im Jahre 1122. 

Auf dem Vorplatz waren überdachte Stände aufgebaut, auf zwei Etagen des Archivs boten Vereine, Archive und Gruppen ihre Informationen an. Im Begleitprogramm gab es Vorträge und Workshops aus vielen Bereichen der Genealogie. 

Der Andrang am Stand unseres Vereins und der benachbarten Aachener Gruppe der Westdeutschen Gesellschaft war sehr groß. Zeitweise standen die Interessenten mit ihren Fragen in Viererreihe vor unseren Rechnern. Alle hatten Fragen zur Herkunft ihrer deutschen Vorfahren und Verwandten, viele im benachbarten Oldenburger Land, Westfalen und Rheinland, aber auch z.B. in Ostpreußen. Auch berührende Schicksale waren dabei: So suchte eine Enkelin ihren deutschen Großvater, der im Zweiten Weltkrieg sich mit einer Niederländerin in Holland angefreundet hatte, dann aber wieder nach Deutschland zurück ging. Auch wenn natürlich nicht allen geholfen werden konnte, so sind doch einige weiterführende Informationen geflossen. Auch ein paar direkte Treffer konnten wir den Anfragenden vermitteln.

Unser kostenloser Sonderdruck der Computergenealogie war bereits am frühen Nachmittag vergriffen. Auch Hefte der Zeitschrift und die „Familienforschung“  fanden ihre Abnehmer.

Für den Verein für Computergenealogie war es eine sehr positive Veranstaltung, perfekt organisiert und für Aussteller und Besucher kostenfrei. Selbst der Internetzugang im Archiv war gut und frei zugänglich.

(Peter Zabel/Günter Junkers)

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